Fondation des Fondateurs

Glossar

Das Glossar stammt aus dem Swiss Foundation Code 2015.

Administrativer Aufwand

Overhead
Verwaltungskosten
Zentrale Dienste
Aufwand zur Sicherstellung der nicht auf einzelne Förderaktivitäten bezogenen administrativen Funktionsfähigkeit der Stiftung (Grundfunktionen der betrieblichen Organisation). Wird eine Fördertätigkeit bzw. ein Projekt eingestellt, bleiben diese Kosten zumindest mittelfristig bestehen. Ergibt zusammen mit dem direkten Projektaufwand den Stiftungsaufwand. Aufwand

aktive Anlage

passive Anlage
«Aktives» bzw. «passives» Anlegen gehören zur Umsetzung der Anlagestrategie. Bei der Festlegung der Anlagestrategie ist eine Wahl zwischen Anlageklassen zu treffen. Bei ihrer Umsetzung, d. h. bei der konkreten Auswahl einzelner Titel sind Regeln vorzugeben, um Kosten zu sparen.

alternative Anlagen

Barvermögen, risikolose bzw. risikoarme Obligationen und kotierte Aktien werden als Standardanlagen bezeichnet. Anlagen in Junk Bonds, Private Equity, Hedge Funds, Commodities, Immobilien, Versicherungsrisiken und andere Risiken werden als «alternative» Anlagen bezeichnet. Ohne professionelles, theoretisch fundiertes Anlagewissen sollten Stiftungen nicht in alternative Anlagen investieren.

Anlageklasse

Asset-Klasse
Das Universum der Anlagen mit typischen Ertrags- und Risikoeigenschaften wird in «Anlageklassen» gegliedert, die vom Anlagezweck, von der Grösse des Vermögens und anderen Faktoren abhängig sind. Eine typische Einteilung der Anlageklassen lautet: Liquidität, Obligationen in inländischer Währung, Fremdwährungsobligationen, inländische Aktien, ausländische Aktien. In vielen Portfolios werden ausländische Aktien weiter in europäische, nordamerikanische, japanische, pazifische und Aktien von Emerging Markets unterteilt. Bei Immobilien, Commodities, Private Equity, Hedge Funds und anderen «exotischen» Anlageklassen wird von alternativen Anlagen bzw. alternativen Anlageklassen gesprochen.

Anlageorganisation

Dient der Strukturierung des Anlageprozesses und der Festlegung der Gremien der Stiftung, die mit der Bewirtschaftung ihres Anlagevermögens betraut sind. Wichtig ist die Trennung der Vermögensbewirtschaftung vom Investment Controlling.

Anlagepolitik

Zentrale, normative Grundsätze in Bezug auf das Management des Stiftungsvermögens. Diese werden in der Anlagestrategie konkretisiert. Anlagepolitik und -strategie bilden zusammen mit der systematischen Liquiditätsplanung das Finanzmanagement der Stiftung.

Anlageprozess

Beschreibt die Systematik der Vermögensbewirtschaftung; er umfasst drei Schritte: das Festlegen der Anlagestrategie, die Umsetzung der Anlagestrategie und das Investment Controlling.

Anlagereglement

Regelt die Festlegung und  Umsetzung der Anlagestrategie, das  Investment Controlling und das Überprüfen der Anlagestrategie. Es umfasst auch die Beschreibung von Kompetenzen, Verantwortlichkeiten und Kontrollen der mit der Vermögensbewirtschaftung betrauten Personen.

Anlagerisiken

Es ist zwischen Risiken zu unterscheiden, die marktüblich entschädigt werden, und solchen, bei denen das nicht der Fall ist. Ein gut diversifiziertes Aktienportfolio beispielsweise wird marktüblich entschädigt: Zusätzliches Risiko führt im Durchschnitt zu einem höheren Anlageertrag. Ein schlecht diversifiziertes Aktienportfolio hat demgegenüber auch viel Risiko, ohne dass damit ein hoher erwarteter Ertrag verbunden wäre.
nicht-entschädigte Risiken
Risiko

Anlagestiftung

Die Anlagestiftung ist in der Praxis geschaffen worden. Sie ist keine gemeinnützige Stiftung und bezweckt nach dem Grundsatz der Risikoverteilung die kollektive Vermögensbewirtschaftung von Einrichtungen, die der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge dienen. Sie enthält korporative Elemente, insbesondere eine Anlegerversammlung als oberstes Organ, und verfügt über eine in einem Reglement festgelegte gesellschaftsrechtliche Organisation und ein Anlagereglement. Sie untersteht den auf sie anwendbaren Artikeln des Bundesgesetzes über die Berufliche Vorsorge und der Ausführungsverordnung BVV2 und ist der Bundesaufsicht (Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge, OAK BV) unterstellt.

Anlagestrategie

Strategie
Legt die Art und Weise fest, wie die Stiftung im Rahmen ihrer Risikofähigkeit und Risikobereitschaft ihr Vermögen strukturieren möchte, um ihre Ausgabenpläne zu finanzieren. Die Anlagestrategie kann durch einen erwarteten Anlageertrag konkretisiert werden, der mit dem Stiftungsvermögen erreicht werden soll. Konkret wird die Anlagestrategie als x % Liquidität, y % risikoarme Obligationen und z % diversifizierte Aktien (x + y + z = 100) dargestellt.

Umsetzung der Anlagestrategie

Anschubfinanzierung

Geht über eine blosse Initialfinanzierung oder Startfinanzierung hinaus, indem Aktivitäten zu einem möglichen Durchbruch gebracht werden. Trotzdem ist auch ein solches Engagement zeitlich beschränkt. Es kann auch nur einen Teilbereich der Aktivitäten abdecken.

Anspruchsgruppen

Interessengruppe
Stakeholder
Bei Stiftungen ist der Kreis der Anspruchsgruppen nicht auf die  Destinatäre (direkte Mittelempfänger) beschränkt, sondern erstreckt sich auf die Nutzniesser der durch die Destinatäre erbrachten Leistungen sowie ganz allgemein auf die Öffentlichkeit. Auch Zustifter oder Vertragspartner können Anspruchsgruppen bilden.

Asset Allocation

Vermögensanlage

Asset-Klasse

Anlageklasse

Aufhebung

Eine Stiftung kann nur (auf Antrag des Stiftungsrats) durch die Stiftungsaufsicht aufgehoben werden, wenn entweder die Verwirklichung des Stiftungszwecks objektiv unmöglich geworden ist Zweckänderung) oder die Stiftung über kein zur Zweckverfolgung hinreichendes Stiftungsvermögen mehr verfügt. Die Stiftungsaufsicht kann Stiftungen von sich aus auch aus anderen Gründen, z. B. bei mangelhafter Organisation, aufheben.

Aufsichtskonkordat

Stiftungsaufsicht

Aufwand

Projektaufwand
Umfasst alle Kosten, die innerhalb einer bestimmten Zeitperiode anfallen. Bei Förderstiftungen (Kapitel Stiftungsphänomenologie S. 126 ff.) lässt sich in Anwendung von Swiss GAAP FER 21 der Aufwand im Sinne des Einsatzes von Finanzmitteln oder geldwerten Leistungen in die Stiftungsaktivitäten auf zwei Arten darstellen. Eine auf die gesamte Förderleistung der Stiftung bezogene Betrachtungsweise unterscheidet den administrativen Aufwand und den Förderaufwand, wobei sich dieser wiederum in die direkte Projektförderung (Förderbeiträge) und den direkten Projektaufwand (stiftungsinterne Vorbereitungs- und Begleitungskosten) aufteilen lässt. Eine an den betrieblichen Kosten orientierte Betrachtungsweise unterscheidet die direkte Projektförderung und den Stiftungsaufwand, der sich seinerseits aus dem administrativen Aufwand sowie dem direkten Projektaufwand zusammensetzt.

Ausschuss

Aufgabenspezifisches Gremium, das sich aus mehreren Mitgliedern des Stiftungsrats oder anderer Stiftungsorgane zusammensetzt. Ist für die Vorbereitung, Ausführung oder Kontrolle zuständig, kann aber auch via Delegation über eigene Entscheidungskompetenzen verfügen. Häufig anzutreffen sind Präsidial-, Förder- und Finanzausschüsse.

Ausschüttung

direkte Projektförderung

Ausschüttungsgebot

Anders als in den USA, wo der Gesetzgeber eine jährliche Ausschüttungsquote von 5% des (liquiden) Stiftungsvermögens verlangt, kennt die Schweiz keine gesetzliche Vorschrift, jedes Jahr eine bestimmte Quote zu verwenden. Andererseits besteht ein Thesaurierungsverbot: Stiftungen, die über längere Zeit ihre Mittel nur äufnen, statt sie zu verwenden, werden zu stiftungsrechtlich unzulässigen Selbstzweckstiftungen. Auch steuerlich hat dies Konsequenzen, indem Stiftungen, die längere Zeit ohne hinreichende Begründung auf Förderaktivitäten verzichten, nicht mehr steuerbefreit werden können. Anders verhält es sich dort, wo die Zweckerfüllung nur durch die Äufnung von Vermögen möglich ist, weil etwa der Zweck für eine bestimmte Zeit überhaupt nicht verfolgbar ist oder weil Projekte von einer Grössenordnung verfolgt werden, die eine mehrjährige Äufnung bedingen.
zeitnahe Mittelverwendung

Bankeigentümerstiftung

Von einer Bank gegründete und aus ihrem Vermögen, d. h. mit ihren Eigenmitteln alimentierte Förderstiftung. Rechtlich ist die Bank Stifterin, wirtschaftlich sind die Eigentümer der Bank die Stifter.
Bankenstiftung
Bankkundenstiftung
Banquierstiftung

bankennahe Stiftung

Bankenstiftung

Bankenstiftung

bankennahe Stiftung
Klassische, gemeinnützige Förderstiftung gemäss Art. 80 ff. ZGB, die als Sonderform der Firmenstiftung in einem besonders engen personellen, organisatorischen oder institutionellen Bezug zu einer Bank steht (Stiftungsgründung, Namensgebung, Mittelherkunft, Stiftungsführung, Vermögensbewirtschaftung, Mittelakquisition, Stiftungskommunikation etc.). Drei Typen gilt es zu unterscheiden, die sich in der Praxis allerdings meist überschneiden; bei allen stellen sich grundsätzliche Fragen zur Regelung der unterschiedlichen Interessen von Stiftung und Bank:
Bankeigentümerstiftung
Bankkundenstiftung
Banquierstiftung

Bankkundenstiftung

Förderstiftung, die im Wesentlichen mit Mitteln von Bankkunden alimentiert wird. Einige Banken bieten ihren Kunden individuelle oder kollektive Stiftungsgefässe an, mit denen sie ihre Anliegen umsetzen lassen können.  Bankeigentümerstiftung  Bankenstiftung  Banquierstiftung

Banquierstiftung

Von philanthropisch orientierten Banquierpersönlichkeiten privat errichtete und mit Teilen ihres Privatvermögens ausgestattete Förderstiftung.
Bankeigentümerstiftung
Bankenstiftung
Bankkundenstiftung

Beirat

Ein vom Stiftungsrat gesondertes Stiftungsorgan oder Stiftungsgremium. Seine Mitglieder sind im Unterschied zum Ausschuss in der Regel nicht (ausschliesslich) Stiftungsratsmitglieder. Sie haben lediglich beratende Funktion.

Benchmark

Vergleichsmassstab (z. B. Index), an dem die Anlageresultate oder auch die Wirkung der Förderleistung der Stiftung gemessen werden.

Betriebsaufwand

Stiftungsaufwand

Bilanz

Stiftungsbilanz

Budgetplanung

Dient der Planung der Einnahmen und Ausgaben.

Bürgerstiftung

Eine Bürgerstiftung dient der Finanzierung und Unterstützung von gemeinnützigen Organisationen und Projekten in einem definierten geographischen Raum (z. B. Stadt, Region o. ä.). Dazu werden Spenden von Einwohnern und lokalen Unternehmen gesammelt. Organisatorisch besteht in einer Bürgerstiftung über dem Stiftungsrat eine Stifterversammlung, in der alle Spender ein Mitspracherecht haben. In der Schweiz ist diese Form der Stiftung eher unüblich. In einigen wenigen Fällen bestehen Bürgerstiftungen als Ergänzung zu kommunalen Institutionen, und der Stifterversammlung gehören grundsätzlich alle Bürger der Gemeinde an.

BVG-Stiftung

Stiftung gemäss Gesetzgebung für die beruflicher Vorsorge, meist Personalvorsorgestiftung genannt.
Kapitel Stiftungsphänomenologie, S. 126 ff.

Checks and balances

Gegenseitige Kontrolle (Checks) verschiedener Organe zur Herstellung eines dem Erfolg des Ganzen förderlichen Systems partieller Gleichgewichte (Balances). Dies setzt ein System der Gewaltenteilung voraus. «Checks and Balances» ist einer der drei für die gesamte Stiftungstätigkeit zu beachtenden Grundsätze. Die beiden anderen lauten: Wirksame Umsetzung des Stiftungszwecks und Transparenz.
Swiss Foundation Code

Civil Society

Zivilgesellschaft

Code

Swiss Foundation Code
Swiss NPO-Code

Comply or explain

Die höchste Stufe der Verbindlichkeit von Regelsystemen ist der gesetzliche Rahmen («legal»). Auf zweithöchster Stufe steht das Prinzip «comply or explain», wonach eine Regel grundsätzlich zu befolgen ist – wer dies nicht tut, muss dafür eine Begründung angeben, wie beim Swiss NPO-Code. Auf dritter Stufe schliesslich stehen die Empfehlungen («recommendations»), wie beim Swiss Foundation Code.

Corporate Foundation

Firmenstiftung

Corporate Social Responsibility (CSR)

Gestaltungs-Konzept für Unternehmen, die im Rahmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und auf freiwilliger Basis soziale und ökologische Belange in ihre Tätigkeit integrieren. Viele Unternehmen gründen dafür auch gemeinnützige Stiftungen in Form von Firmenstiftungen.

Dachstiftung

Bietet unselbständigen Stiftungen und kleineren Vermögen das Pooling bei der Vermögensbewirtschaftung wie auch im Bereich der Projektförderung an. Zu nennen sind einerseits die von Banken geführten, andererseits die von Finanzdienstleistern unabhängigen Dachstiftungen. Die Dachstiftung eignet sich auch für Zustiftungen und Legate. Sie betreibt ein professionelles Anlage- und Fördermanagement und ist besonders bei kleineren Vermögen eine attraktive Alternative zur eigenen Stiftungsgründung. Kapitel Stiftungsphänomenologie, S. 126 ff.

Dealing at arm’s length

Grundsatz, dass Geschäfte mit verbundenen bzw. nahestehenden Personen zu Konditionen durchgeführt werden, wie sie im Umgang mit völlig unabhängigen Personen gelten. Dieser Grundsatz gilt etwa für Geschäfte zwischen der Stiftung und Mitgliedern des Stiftungsrats und der Geschäftsführung.
Interessenkonflikte

Destinatäre

Stakeholder
Wichtigste Zielgruppe von Stiftungen und Empfänger für Förderleistungen. Destinatäre können sowohl direkte Nutzenempfänger (Leistungsempfänger) als auch Intermediäre sein, die durch Leistungen zugunsten Dritter den von der Stiftung angestrebten Nutzen generieren.

direkte Projektförderung

Ausschüttung
Projektaufwand
Förderung mit Beiträgen, die unterstützten Projekten direkt zufliessen; oft auch «Ausschüttungen» genannt.

direkter Projektaufwand

Projektaufwand
In engem Zusammenhang mit Förderaktivitäten stehende stiftungsinterne Vorbereitungs-, Leitungs-, Begleitungs-, Überwachungs- und Auswertungskosten; diese bezogen auf  Destinatäre oder im Zielgebiet der Stiftung anfallende Aufwendungen. Sie können direkt und eindeutig der Förderung allgemein oder aber einem konkreten Projekt zugeordnet werden. Wird die entsprechende Tätigkeit eingestellt, fallen diese Kosten sofort weg. Der direkte Projektaufwand umfasst die Bereitstellung von Entscheidungsgrundlagen (Entwicklung Förderstrategie, Projektselektion, Projektakquisition) und die operative Stiftungstätigkeit.
Aufwand

Diversifikation; diversifizieren

Verteilen des Stiftungsvermögens auf mehrere Anlageklassen und pro Anlageklasse auf viele verschiedene Einzelanlagen. Auf diese Weise werden die unsystematischen Risiken vermieden, die an den Kapitalmärkten nicht entschädigt werden.

Donation

Zweckbestimmte Schenkung.

Dritter Sektor

NPO-Sektor

effektiv, Effektivität

«Wirkungsvoll»; die «richtigen Dinge» tun und damit eine im Rahmen der jeweiligen Strategie beabsichtigte Wirkung erzielen.

effizient, Effizienz

«Ökonomisch»; die Dinge «richtig» tun; bei der Effizienz geht es um das Verhältnis von Aufwand und Wirkung. Wird ein bestimmtes Resultat mit möglichst geringem Aufwand erzielt oder – analog – führt ein bestimmter Aufwand zu einem möglichst deutlichen Resultat, spricht man von effizientem, d. h. wirtschaftlichem Verhalten.

Ehrenamtlichkeit

Entschädigung von Stiftungsratsmitgliedern

Entschädigung von Stiftungsratsmitgliedern

Ehrenamtlichkeit
Honorar
Salär
Manche Steuerbehörden verlangen ohne nachvollziehbare Begründung und ohne gesetzliche Grundlage von Mitgliedern des Stiftungsrats eine ehrenamtliche Tätigkeit, damit sie eine Steuerbefreiung der Stiftung gewähren. Eine angemessene Entschädigung der Mitglieder des Stiftungsrats ist aber zulässig, soweit es die Mittel der Stiftung erlauben. Die Entschädigung soll sich nach Aufgabe, Kompetenz, Erfahrung, Leistung und den Mitteln der Stiftung richten und schwankt in ihrer Bemessung zwischen Marktpreisen für die zu erbringenden Leistungen und symbolischen Entschädigungen. In der Praxis arbeiten viele Stiftungsratsmitglieder ganz oder zum Teil ehrenamtlich. Dies darf aber nicht auf Kosten der Professionalität gehen.

Erbstiftung

Stiftung, die aufgrund von Verfügungen von Todes wegen – Testament oder Erbvertrag – errichtet wird. Sie entsteht erst nach dem Ableben des Stifters. Von der Errichtung von Erbstiftungen ist im Allgemeinen abzuraten. Erstens kann der Stifter die Entwicklung von Erbstiftungen nicht mehr mitverfolgen und sie auch nicht mehr mitgestalten, und zweitens kann er im Fall von Lücken oder Unklarheiten nicht mehr befragt werden.

Erbvertrag

Stiftungen können durch einen Erbvertrag errichtet werden, in dem zwischen den Parteien freiwillig und verbindlich über erbrechtliche Ansprüche verfügt wird. Bei allen erbrechtlichen Verfügungen sind unbedingt die Formvorschriften zu beachten. Während ein Testament jederzeit einseitig geändert und ergänzt werden kann, ist dies beim Erbvertrag nicht mehr möglich.
Erbstiftung
Legat
Testament

erwarteter Anlageertrag

Abgesehen von Zinsen staatlicher Anlagen sind die Erträge sowohl von Finanzinstrumenten als auch von ganzen Portfolios unsicher. Man kann sich aber – nicht zuletzt auf der Basis statistischer Analysen – eine Meinung über die erwarteten Erträge einzelner Finanzinstrumente oder von ganzen Portfolios bilden.

ESG-Kriterien

Kriterien im Rahmen nachhaltigen Investierens: «environmental, social and governance». Die ökologischen, sozialen und Governance-Kriterien sind die drei Hauptbereiche, die man als zentrale Faktoren bei der Messung von Nachhaltigkeit von Investitionen betrachtet.
Nachhaltiges Investieren

Evaluation

Zur Überprüfung der Wirkung einer Stiftung notwendiger Begleitungs- und Abschlussprozess von Förderaktivitäten; Ergebnis- bzw. Erfolgskontrolle durch Messung von Resultaten und Ermittlung des Zielerreichungsgrades mit Hilfe von definierten Messgrössen und Indikatoren. Die Evaluation kann sich auf die gesamte Organisation, auf einzelne Organe oder auf Förderprojekte bzw. -prozesse beziehen.
Fördervertrag

Familienstiftung

Bei Familienstiftungen beschränkt sich der Kreis der Destinatäre auf Familienmitglieder. Familienstiftungen unterscheiden sich von gemeinnützigen Stiftungen sodann darin, dass kein Eintrag ins Handelsregister notwendig ist und sie auch keiner staatlichen Aufsicht unterstehen. Familienstiftungen geniessen in der Schweiz keine  Steuerbefreiung, sondern werden im Gegenteil steuerlich sehr nachteilig behandelt, was zusammen mit ihren anderen Nachteilen dazu führt, dass praktisch keine Familienstiftungen mehr gegründet werden. Die von einer Familienstiftung gesprochenen Beiträge müssen an eine besondere Bedarfssituation (Ausbildung, wirtschaftliche Notlage) gebunden sein (Art. 335 ZGB); Leistungen, die lediglich dem Unterhalt von Familienmitgliedern dienen, sind nicht erlaubt.
Kapitel Stiftungsphänomenologie, S. 126 ff.

festverzinsliche Anlage

Obligationen und Festgelder.

finanzielle Führung

Gesamtheit aller auf die Finanzen bezogenen Tätigkeiten der Stiftung. Dazu gehört insbesondere die Bewirtschaftung des Stiftungsvermögens im Rahmen des Anlageprozesses.

Finanzmanagement

Vermögensmanagement

Finanzmarkt

Gesamtheit der Institutionen, die der  Vermögensbewirtschaftung dienen (Banken, Börsen, Clearinghäuser etc.).

firmennahe Stiftung

Firmenstiftung

Firmenstiftung

corporate foundation
firmennahe Stiftung
Eine gemeinnützige Stiftung, die von einem Unternehmen gegründet wird, oft als Teil ihres gesellschaftlich ausgerichteten Engagements, so dass sie in ihre Corporate Social Responsibility-Strategie eingebunden ist. Die Firmenstiftung ist zwar eine unabhängige Rechtsperson, de facto aber steht sie in sehr engen Verbindungen mit dem Unternehmen. So wird sie von ihrem Gründungsunternehmen einmalig, mehrmalig oder jährlich alimentiert, und im Stiftungsrat sitzen Vertreter des Unternehmens ex officio. Die Abhängigkeitsverhältnisse mit dem Unternehmen stellen an eine Firmenstiftung spezielle Anforderungen im Bereich der Corporate Governance.
Unternehmensstiftung

Fonds

Oft gleichbedeutend mit unselbständige Stiftung verwendet. Häufige Bezeichnung für unentgeltliche, aber zweckgebundene Zuwendungen (keine eigene Rechtsform) Privater etwa an die öffentliche Hand (Bund, Kantone, Gemeinden), wie z. B. der Schulreisefonds einer Schulgemeinde.
Kapitel Stiftungsphänomenologie, S. 126 ff.

Förderaufwand

Summe von direkter Projektförderung und direktem Projektaufwand; entspricht der Förderleistung einer Stiftung.
Aufwand

Förderkriterien

Förderrichtlinien

Förderleistung

Leistung an Destinatäre in Verfolgung des Stiftungszwecks. Sie beschränkt sich nicht auf die Zusprechung von finanziellen Mitteln, sondern umfasst auch strategische, begleitende und auswertende Massnahmen. Eine Förderstiftung kann mit eigenen Projekten oder Programmen als operative Stiftung auftreten.
Förderaufwand

Förderpolitik

Stiftungspolitik

Förderrichtlinien

Förderkriterien
Enthalten ethische, inhaltliche und formale Grundsätze, auf deren Basis die Stiftung ihre Förderleistungen erbringt. Förderrichtlinien müssen dem Stiftungszweck entsprechen, können diesen aber auch temporär/situativ einschränken, um Förderschwerpunkte (Programmförderung) zu setzen. Förderrichtlinien werden den Anspruchsgruppen zugänglich gemacht.

Förderschwerpunkt

Programmförderung

Förderstiftung

Gemeinnützige Stiftung, die zur Finanzierung ihrer Tätigkeit nicht auf Spenden oder Zustiftungen angewiesen ist, da sie über eigenes Vermögen verfügt und ihre Förderaktivitäten mit Erträgen daraus (oder bei Verbrauchsstiftungen auch mit dem Vermögen selbst) finanziert.
Klassische Stiftung
Vergabestiftung
Kapitel Stiftungsphänomenologie, S. 126 ff.

Förderstrategie

Stiftungsstrategie

Fördervertrag

Leistungsvereinbarung
Vereinbarung zwischen der Stiftung und dem Destinatär bezüglich Modalitäten der Förderung: Termine, Inhalte, Ziele, Finanzen, Messgrössen, Berichterstattung etc. Der Fördervertrag bildet die Basis der Projektpartnerschaft.
Evaluation

Förderwirkung

Wirkung

Foundation Governance

Gesamtheit der auf die Interessen des Stifters, der Destinatäre und der anderen Anspruchsgruppen ausgerichteten Grundsätze, die unter Wahrung der Gestaltungs- und Entscheidungsfähigkeit des Stiftungsrats die wirksame Umsetzung des Stiftungszwecks, ein ausgewogenes Verhältnis von Leitung und Kontrolle sowie angemessene Transparenz anstreben. Grundsätze der Foundation Governance für Förderstiftungen sind im Swiss Foundation Code festgehalten.
Governance

funktionale Transparenz

Transparenz der Stiftung, die sich am «Anspruch» der Öffentlichkeit und der Stakeholders ausrichtet. Sie ist eingebunden zwischen Intransparenz und der Transparenz um der Transparenz willen.

Fusion

Wirtschaftlicher und rechtlicher Zusammenschluss von Organisationen. Stiftungen können nur mit Stiftungen fusionieren, wobei die jeweiligen Stiftungszwecke erhalten bleiben bzw. nur mit Zustimmung der Stiftungsaufsicht verändert werden können.
Kooperation

gemeinnützige Stiftung

Stiftung mit eigener Rechtspersönlichkeit («personifiziertes Zweckvermögen») die gemeinwohl- und uneigennützig tätig ist. Gemeinnützige Stiftungen sind in der Regel steuerbefreit.
Gemeinnützigkeit
Kapitel Stiftungsphänomenologie, S. 126 ff.

Gemeinnützigkeit

Uneigennütziges Handeln, das dem Allgemeininteresse dient; der Nachweis von Gemeinnützigkeit ist eine der Voraussetzungen für die Steuerbefreiung.
gemeinnützige Stiftung

Geschäftsbericht

Jahresbericht
Der Geschäftsbericht besteht aus Jahresrechnung, Anhang und Leistungsbericht. Er orientiert sich grundsätzlich an den Fachempfehlungen Swiss GAAP FER (inkl. Swiss GAAP FER 21) und/oder an vergleichbaren internationalen Standards.

Geschäftsführung

Direkt dem Stiftungsrat unterstellte Organisationseinheit, die mit der operativen Führung der Stiftung betraut ist. Sie bereitet die Entscheidungen des Stiftungsrats vor und führt dessen Beschlüsse aus. Zwischen Stiftungsrat und Geschäftsführung empfiehlt sich eine klare Aufgabenteilung nach strategischen und operativen Managementaufgaben. Grundsätze für die Zusammenarbeit der beiden Organe finden sich im Swiss Foundation Code. Bei kleinen Stiftungen kann der gesamte Stiftungsrat oder ein Ausschuss als Geschäftsführung amten, wobei Checks and Balances sicherzustellen sind.

Governance

Regeln und Grundsätze für die Führung und Kontrolle einer Organisation. Im Vordergrund stehen bei der Stiftung die Beziehungen zwischen dem Stiftungsrat und den anderen Stiftungsorganen und Stiftungsgremien sowie den verschiedenen Anspruchsgruppen im Innen- und Aussenverhältnis.
Foundation Governance

grosse Stiftungen

Stiftungsgrösse

Gründung

Stiftungsgründung

Handelsregister

Die wichtigsten Informationen über gemeinnützige Stiftungen müssen im Handelsregister eingetragen werden, so beispielsweise auch die Namen und Zeichnungsberechtigungen aller Stiftungsratsmitglieder und die Revisionsstelle. Die Eintragung und die vorgängige Prüfung der entsprechenden Angaben werden vom Handelsregisteramt im Kanton des Stiftungssitzes vorgenommen. Die kantonalen Eintragungen werden in der Folge vom Eidgenössischen Amt für das Handelsregister genehmigt und im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) publiziert. Die Handelsregisterdaten sind für alle kostenlos einsehbar. Der zentrale Firmenindex (www.zefix.ch) erlaubt diese Einsicht auch per Internet. Auszüge aus dem Handelsregister können bei den kantonalen Handelsregisterämtern bestellt werden.

Handlungsfeld

Programmförderung

Honorar

Entschädigung von Stiftungsratsmitgliedern oder von Dritten für erbrachte Leistungen.
Salär

IKS

Internes Kontrollsystem

Inaktive Stiftung

stille Stiftung
Stiftung, die ihre Förderaktivitäten weitestgehend stillgelegt hat. Gelegentlich auch «stille Stiftung» genannt. Für eine vorübergehende Inaktivität kann es valable Gründe geben. Dauerhaft inaktive Stiftungen hingegen sind inakzeptabel und müssen einer neuen Lösung zugeführt werden.

Initialfinanzierung

Auch Startfinanzierung genannt
Anschubfinanzierung

Innovationsfunktion, Innovationsförderung

Stiftungen haben die Aufgabe, Innovationen zu fördern, weil sie höhere Risiken eingehen können als Unternehmen oder der Staat, weil sie ohne Rücksichten auf kurzfristige Maximierung oder auf Legislaturperioden längerfristige Perspektiven verfolgen können und weil sie grundsätzlich unabhängig von Anspruchsgruppen handeln.

Interessengruppe

Anspruchsgruppen

Interessenkonflikt

Besteht, wenn ein Entscheidungsträger der Stiftung in einem Sachverhalt seine Aufgabe nicht unabhängig von eigenen Interessen oder jenen seines Arbeitgebers wahrnehmen kann. Ein Interessenkonflikt liegt meist auch dann vor, wenn Führung und Kontrolle, d. h. die Durchführung einer Tätigkeit und deren Überprüfung, von derselben Person wahrgenommen werden. In aller Regel gilt der Grundsatz  dealing at arm’s length. Soweit sie nicht vermieden werden können, sind Interessenkonflikte offenzulegen, und es sind ihre Konsequenzen zu regeln: Ausstand bei Abstimmungen, Ausstand schon bei Diskussionen; bei permanenten Interessenkonflikten auch der Ausschluss eines Mitglieds.
Self-Dealing

Intermediäre

Destinatäre, die mit den erhaltenen Mitteln im Auftrag einer Stiftung eine (Dienst-)Leistung an Dritte erbringen.
Leistungsempfänger

Internes Kontrollsystem (IKS)

Seit dem 1. Januar 2008 müssen sich «wirtschaftlich bedeutende Stiftungen» der sogenannten ordentlichen Revision («full audit») unterziehen, welche neben der Rechnungsführung auch die Prüfung der Existenz eines Internen Kontrollsystems umfasst. «Wirtschaftlich bedeutend» sind Stiftungen, die in zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren alternativ zwei der drei folgenden Grössenkriterien überschreiten: Bilanzsumme von CHF 10 Mio., Umsatzerlös von CHF 20 Mio., 50 Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt.

Investment Controlling

Kontrolle der Vermögensresultate
Kontrolle der Anlageresultate
Mindestens zweimal pro Jahr wird das Anlageresultat mit der Anlagestrategie bzw. mit einem geeigneten Benchmark verglichen. Die Anlagestrategie selber wird mindestens alle drei Jahre überprüft.

Jahresbericht

Geschäftsbericht

Kirchenstiftung

kirchliche Stiftung
Stiftung, die nicht unter staatlicher, sondern unter kirchlicher Aufsicht steht. Sie unterscheidet sich von der gemeinnützigen Stiftung auch darin, dass sie nicht im Handelsregister eingetragen ist und keine gemeinnützigen, sondern Kultuszwecke verfolgt.
Kapitel Stiftungsphänomenologie, S. 126 ff.

kirchliche Stiftung

Kirchenstiftung

klassische Stiftung

Verbreitete, aber veraltete und undifferenzierte Bezeichnung für alle Fördermittel sprechenden gemeinnützigen Stiftungen, manchmal auch nur für die Förderstiftung, deren veraltete Bezeichnung Vergabestiftung zuweilen noch gebraucht wird.
Kapitel Stiftungsphänomenologie, S. 126 ff.

kleine Stiftungen

Stiftungsgrösse

Kodex

Swiss Foundation Code
Swiss NPO-Code

Konkordat

Stiftungsaufsicht

Kontrolle der Anlageresultate

Investment Controlling

Kontrolle der Vermögensresultate

Investment Controlling

Kooperation

Partnerschaft
Zusammenarbeit mit anderen Organisationen mit dem Ziel, durch gemeinsames Auftreten eine stärkere Wirkung und Synergieeffekte zu erzielen.
Fusion
Public-Private-Partnership

Kosten-Nutzen-Rechnung

Versuch, zusätzlich zu den einzelwirtschaftlich fassbaren Kosten und Erträgen auch die positiven und negativen Wirkungen (Outcome) des Leistungsspektrums von Stiftungen auf das gesellschaftliche Umfeld (externe Effekte) in Geldgrössen zu bewerten.

Kostenstellenrechnung

Verbindet die anfallenden Kostenarten (Personalkosten, Sachkosten etc.) mit den verursachenden Kostenträgern (Leistungseinheiten). Dadurch lassen sich Leistungsbeziehungen innerhalb der Organisation nachvollziehen und die Effizienz der Stiftung verbessern.

Legat

Erbrechtliches Vermächtnis. Im Gegensatz zum Fall der Erbstiftung, wo mit letztwilliger Verfügung eine neue Stiftung errichtet wird, handelt es sich beim Legat im vorliegenden Zusammenhang um eine erbrechtliche Zuwendung an eine bestehende Stiftung. Die Stiftung kann bzw. muss ein Legat ablehnen, wenn sie sich nicht in der Lage sieht, mit dem Legat verbundene Auflagen zu erfüllen, wenn die Belastung der Auflage den Wert des Vermächtnisses übersteigt oder wenn das Legat aus rechtlich oder ethisch bedenklichen Quellen stammt.
Erbvertrag
Testament

Leistungsbericht

Teil des Geschäftsberichts.

Leistungsempfänger

Oberbegriff für Fördermittelempfänger.
Destinatär
Intermediäre

Leistungserbringungsziele

Output

Leistungsvereinbarung

Fördervertrag

Leistungswirkungsziele

Outcome

Leitbild

Beinhaltet auf Basis der Stiftungsurkunde und der Stiftungspolitik die Ziele, Richtlinien und Grundsätze für das Handeln und Verhalten der Stiftung. Weiter enthält es normative Aussagen über den Umgang mit Leistungsempfängern, Stakeholdern, Mitarbeitern, Kooperations- und sonstigen Partnern sowie Aussagen zum Selbstverständnis der Stiftung. Das Leitbild muss periodisch überprüft und aktualisiert werden.

Liquiditätsplanung

Ziel der Liquiditätsplanung ist es, dafür zu sorgen, dass im Zeitpunkt geplanter Ausgaben genügend liquide Mittel zur Verfügung stehen. Die Investitionen sollten möglichst kurzfristig liquidiert werden und so als ertragsbringend wegfallen. Es geht bei der Liquiditätsplanung demnach um die Optimierung von Ertragsausfällen und ungestörter Projekt- und anderer Finanzierung.

Mäzenatentum

Ein Mäzen spendet, ohne einen Gegenwert zu erwarten – im Gegensatz zum Sponsor. Der Name geht zurück auf Gaius C. Maecenas (um 70 v. Chr. bis 8 v. Chr.), der zahlreiche Dichter unterstützte, unter ihnen Plinius und Horaz.

Mission Investing

zweckbezogenes Investieren

Mission-based Investing

zweckbezogenes Investieren

Mission-related Investing

zweckbezogenes Investieren

mittelgrosse Stiftungen

Stiftungsgrösse

Mittelverwendung

Umgang mit den Mitteln, die der Stiftung für die Zweckerfüllung zur Verfügung stehen.
zeitnahe Mittelverwendung

nachhaltige Investitionen

Investitionen, bei denen nebst den konventionellen Kriterien wie Rentabilität, Liquidität, Sicherheit, Risikoverteilung auch ökologische, soziale, ethische oder Governance-Kriterien angewendet werden.
ESG-Kriterien

nachstiften, Nachstiftung

zustiften, Zustiftung

nichtentschädigte Risiken

Gewisse Anlagerisiken werden an den Finanzmärkten entschädigt, andere nicht. Anlagen in Obligationen, die bezüglich Fristigkeit und Währung nicht auf die zu fördernden Projekte ausgerichtet sind, oder Anlagen in schlecht diversifizierte Aktienportfolios tragen das Risiko, den erwarteten Vermögensertrag nicht zu erreichen. Es ist aber nicht so, dass diese (unsystematischen) Risiken im Durchschnitt der Zeit durch einen höheren erwarteten Ertrag entschädigt werden, wenn mehr Risiko eingegangen wird.

nichtgemeinnützige Stiftung

privatnützige Stiftung

NPO

Non-Profit-Organisationen.
NPO-Sektor

NPO-Sektor

Dritter Sektor
Neben «Markt» und «Staat» häufig auch als Dritter Sektor bezeichnet: Produktive soziale Systeme mit privater Trägerschaft, die ergänzend zu Staat und marktgesteuerten erwerbswirtschaftlichen Unternehmungen spezifische Zwecke der Bedarfsdeckung, Förderung und/oder Interessenvertretung/Beeinflussung für Dritte oder ihre Mitglieder verfolgen. Rechtlich sind sie meist als Vereine (Verbände), Genossenschaften oder Stiftungen organisiert. NPO finanzieren ihre Leistungen meist über Mitgliederbeiträge, Spenden, Zuschüsse oder Gebühren. Überschüsse dürfen nicht als Kapitalrendite an Mitglieder oder Träger ausgeschüttet werden.

öffentlichrechtliche Stiftung

Dem öffentlichen Recht unterstellte, selbständige oder unselbständige Stiftung, die einen öffentlichen Zweck verfolgt. Sie wird durch ein Gesetz gegründet und in der Regel auch von der öffentlichen Hand alimentiert (z. B. Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung).
privatrechtliche Stiftung
Kapitel Stiftungsphänomenologie, S. 126 ff.

operative Stiftung

Trägerschaftsstiftung
Das Kerngeschäft einer operativen Stiftung ist nicht die Zusprechung von Mitteln, sondern die Umsetzung des Stiftungszwecks durch eine Trägerschaft, eigene Dienstleistungen oder eigene Projekte.
Kapitel Stiftungsphänomenologie, S. 126 ff.

operative Stiftungstätigkeit

Eigene, aktive Fördertätigkeit einer Stiftung im Unterschied zur reaktiven Fördertätigkeit, bei der externe Projekte unterstützt werden. Teilweise wird der Begriff auf stiftungseigene Projekte beschränkt (operative Stiftung). Die Übergänge von reaktiv zu aktiv sind allerdings fliessend, indem stiftungsinterne Vorbereitungs- und Begleitungskosten ebenfalls operative Stiftungstätigkeiten darstellen. Der Begriff wird somit auf folgende stiftungsinterne Tätigkeiten angewendet: Projektleitung, Projektbegleitung (inhaltlich und/oder projektmanagementbezogen), Projektcontrolling (Überprüfung der vertraglichen Festlegungen), Projektmonitoring (überwachende Projektbegleitung durch Externe mit evaluativem Charakter), Vernetzungstätigkeit (Verknüpfung von Projekten untereinander und/oder mit anderen Initiativen).

Outcome

Leistungswirkungsziele
Nutzen und Wirkung, welche die Stiftung mit ihren Förderleistungen direkt oder indirekt bei den Leistungsempfängern erzielt. Dabei kann man zwischen Förderwirkung (Wirkung) und Projektwirkung unterscheiden. Der Outcome ist deutlich schwieriger zu messen als der Output und oft nur als Vergleich zwischen dem Zustand vor Beginn und jenem nach Abschluss des Projekts aussagekräftig.
Zielerreichung

Output

Leistungserbringungsziele
Definiert die Mengengrössen bei der Nutzung der Förderleistungen, die direkten und zählbaren Ergebnisse (z. B. die Anzahl der Teilnehmer an einem Kurs).
Zielerreichung

Overhead

administrativer Aufwand

Partnerschaft

Kooperation

passive Anlage

aktive Anlage

Pensionskassenstiftung

Personalvorsorgestiftung
Kapitel Stiftungsphänomenologie, S. 126 ff.

Personalvorsorgestiftung

BVG-Stiftung
Pensionskassenstiftung
Personalvorsorgestiftungen (PVS) bzw. Pensionskassenstiftungen sind als Trägerinnen der beruflichen (betrieblichen) Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge eine rechtliche Sonderform. PVS stellen die zweite Säule im schweizerischen Drei-Säulen-Konzept der sozialen Sicherheit dar und bezwecken hauptsächlich, den Arbeitnehmern nach ihrer Pensionierung ein ausreichendes finanzielles Einkommen zu ermöglichen. In den letzten Jahren hat die Anzahl der PVS durch Fusionen oder Änderung der Rechtsform stetig abgenommen. Obwohl PVS eine Steuerbefreiung beantragen können, werden sie generell nicht als gemeinnützige Stiftung verstanden, da ihr Stiftungsvermögen nur denjenigen zugute kommt, die auch in die Stiftung eingezahlt haben.
Sammelstiftung
Kapitel Stiftungsphänomenologie, S. 126 ff.

Philanthropie

Philanthropie umfasst jede private freiwillige Handlung für einen gemeinnützigen Zweck. Dazu zählen Zeit-, Geld- und Sachspenden.

Politik

Anlagepolitik
Stiftungspolitik

privatnützige Stiftung

nichtgemeinnützige Stiftung
Besitzt den Status der Gemeinnützigkeit nicht, weil ihr Zweck nicht dem Gemeinwohl dient, sondern einer eingeschränkten Gruppe (Beispiel: Familienstiftung).

privatrechtliche Stiftung

Oberbegriff für Stiftungen, die dem Privatrecht (Art. 80 ff., 335 ZGB) unterstellt sind. Zu den privatrechtlichen Stiftungen zählen insbesondere gemeinnützige Stiftungen, Familienstiftungen, kirchliche Stiftungen, Personalvorsorgestiftungen sowie Unternehmensstiftungen, auch wenn diese im Gesetz nicht ausdrücklich erwähnt werden. Privatrechtliche Stiftungen kommen wesentlich häufiger vor als öffentlichrechtliche Stiftungen. Kapitel Stiftungsphänomenologie, S. 126 ff.

Programmförderung

Förderschwerpunkt
Handlungsfeld
Bildung eines Förderschwerpunktes oder Handlungsfeldes, in dessen Rahmen die Förderleistungen an thematisch zusammenhängende Projekte vergeben werden. Daneben kann auch eine unabhängige Förderung von Einzelprojekten bestehen.

Projektaufwand

Aufwand
direkte Projektförderung
direkter Projektaufwand

Projektmanagement

Zielgerichtete Steuerung (Planung, Begleitung, Evaluation) und Organisation von Projekten.

Projektwirkung

Ergibt sich aus der Erreichung der Leistungswirkungsziele eines Projektes (Outcome). Die Stiftung kann auf Projekte, die von Destinatären erstellt werden, nur beschränkt Einfluss nehmen. Deshalb ist in diesen Fällen die Projektwirkung nur ein indirektes Ergebnis der Stiftungstätigkeit.

Public-Private-Partnership

Auf freiwilliger Basis vereinbarte Kooperation zwischen einer privaten Organisation (z. B. Unternehmung, NPO) und einer Institution der öffentlichen Hand zur Verwirklichung gemeinsamer Zwecke und Ziele.

Rating

Angabe zur Fähigkeit einer Unternehmung, langfristige Schulden zurückzahlen zu können, bzw. Angabe zur Wahrscheinlichkeit, dass eine bestimmte Obligationenanleihe zurückbezahlt wird. Ratings werden von Rating-Agenturen veröffentlicht.

Reglement

Richtlinie
Stiftungsreglement

Revisionsstelle

Stiftungen müssen von Gesetzes wegen eine externe Revision wählen, welche den für sie geltenden gesetzlichen Vorgaben betreffend Unabhängigkeit und besonderer Befähigung zu genügen hat. Die Aufsichtsbehörde kann die Stiftung von der Revisionspflicht befreien, wenn die Bilanzsumme der Stiftung in den vergangenen zwei Jahren kleiner als CHF 200'000 war, die Stiftung nicht öffentlich zu Spenden oder anderen Zuwendungen aufruft und die Revision nicht für eine zuverlässige Beurteilung der Vermögens- und Ertragslage der Stiftung notwendig ist. Aus Sicht des Stiftungsgrundsatzes «Checks and Balances» sollte aber die Befreiung von der Revisionspflicht sehr zurückhaltend beantragt bzw. gewährt werden. Die Revisionsstelle prüft jährlich die Rechnungsführung der Stiftung und erstellt einen Bericht zuhanden des Stiftungsrats. Das Revisionsmandat ist auf das gesetzliche Minimum zu beschränken.

Richtlinie

Reglement
Stiftungsrichtlinie
Regelung von Sachverhalten, die rechtlich den Stellenwert von Stiftungsratsbeschlüssen hat. Eine Richtlinie ist, im Unterschied zu einem Stiftungsreglement, eine flexible Festlegung, die der Aufsichtsbehörde nicht zur Kenntnis gebracht werden muss.

Risiko

Bedeutet im Volksmund den Umstand, dass es schlechter kommen kann als erwartet. Aus ökonomischer Sicht ist Risiko hingegen ganz allgemein der Umstand, dass es anders – d. h. besser oder schlechter – kommen kann als erwartet. Wichtig ist dabei, dass man Vorstellungen hat, in welchem Umfang es anders kommen könnte. Risiko ist mit anderen Worten ein Mass für die Ungewissheit, ein bestimmtes Ziel zu verfehlen. Einzelne Risiken werden systematisch entschädigt, für andere Risiken gilt das nicht.
Anlagerisiken
nicht-entschädigte Risiken
risikoarme Obligationen
risikobehaftete Anlage
Risikoentschädigung
risikolose Obligationen
Risikomanagement

risikoarme Obligationen

Geeignete Mischung aus Obligationen international tätiger Unternehmungen, abgesichert in der Währung der Stiftungsausgaben.

risikobehaftete Anlage

Gut diversifizierte Standardanlagen und alternative Anlagen gelten als risikobehaftete Anlagen. Relevant ist immer der «Risikobeitrag» einer Anlage zum bestehenden Vermögen; das «absolute» Risiko einer Anlage interessiert nicht.
Wertschwankungsreserve

Risikobereitschaft

Bereitschaft der Stiftung, marktüblich entschädigte Anlagerisiken zu übernehmen, um den erwarteten Vermögensertrag zu erzielen.

Risikoentschädigung

systemische Risiken
unsystemische Risiken
Gewisse Risiken («systematische» Risiken) werden an den Finanzmärkten systematisch entschädigt: Höhere Risiken führen im Durchschnitt der Zeit zu einem höheren erwarteten Ertrag. «Unsystematische» Risiken (z. B. Vermögensanlage auf eine Frist oder in einer Währung, die nicht auf die Finanzierungsanforderungen ausgerichtet sind, oder in ein schlecht diversifiziertes Aktienportfolio) sind nicht mit einem höheren erwarteten Ertrag verbunden und sollten entsprechend vermieden werden.

risikolose Obligationen

Obligationen glaubwürdiger Staaten, Gliedstaaten, staatlich garantierter Banken sowie von internationalen Organisationen, hinter denen direkt oder indirekt ein zuverlässiges zukünftiges Steueraufkommen steht.

Risikomanagement

Umfasst alle organisatorischen Regelungen und Massnahmen zur Erkennung und zum Umgang mit Risiken.

Salär

Der den Mitarbeitern der Geschäftsstelle von der Stiftung als Arbeitgeberin gemäss Arbeitsvertrag ausbezahlte Lohn.
Entschädigung von Stiftungsratsmitgliedern
Honorar

Sammelstiftung

Unternehmen, die keine eigene Personalvorsorgeeinrichtung gründen wollen, können sich einer Sammelstiftung anschliessen. Dies wird vorwiegend von kleineren und mittleren Unternehmen genutzt. Sammelstiftungen werden meist von Banken, Versicherungen, Arbeitgeberverbänden oder Treuhandfirmen geführt.
Kapitel Stiftungsphänomenologie, S. 126 ff.

Schwankungsreserve

Wertschwankungsreserve

Selbstevaluation

Eigenständige oder angeleitete Beurteilung der eigenen Leistung anhand von klaren Zielvorgaben und Bemessungsgrundlagen. Spielt insbesondere bei Organen ohne übergeordnete interne Kontrollinstanz (Stiftungsrat) eine wichtige Rolle, aber auch in Bezug auf die Leistung der Stiftung als Ganzes.

Selbstregulierung

Mit der Entwicklung von Verhaltensempfehlungen bezüglich Foundation Governance setzt SwissFoundations auf das Prinzip der Eigenverantwortung. Selbstregulierung kann einer Regulierung durch den Gesetzgeber vorbeugen.
Swiss Foundation Code

Self-Dealing

Eigengeschäfte. Bezeichnet das Verhalten einer Person in treuhänderischer Position (z. B. als Anwalt, Treuhänder, Mitglied des Stiftungsrats, Geschäftsführung), die mit sich selbst oder einer nahestehenden oder von ihr beherrschten Person ein Geschäft abschliesst.
Interessenkonflikt

Spende

Freiwillige Zuwendung an die Stiftung.
Zustiften, Zustiftung

Spendenstiftung

Ist darauf ausgelegt, ausgehend von einem geringen Stiftungsvermögen bei der Gründung, durch aktives Fundraising und Zustiftungen die notwendigen finanziellen Ressourcen für die Erfüllung ihres Stiftungszwecks zu erhalten. Aufgrund einer Vermögensvermehrung kann die Spendenstiftung zu einer Förderstiftung werden. Kapitel Stiftungsphänomenologie, S. 126 ff.

Sponsor/Sponsoring

Der Sponsor stellt der Stiftung finanzielle Ressourcen, Sachleistungen und/oder Wissen/Erfahrung zur Verfügung und erwartet dafür Gegenleistungen (v.a. Werbung/Erreichung kommunikativer Ziele). Sponsoring-Aktivitäten sind von kommerziellen Interessen geleitet und daher vom Sponsor steuerlich nicht abzugsfähig. Ausserdem fallen für die Stiftung regelmässig Mehrwertsteuern an.
Mäzenatentum

Stakeholder

Anspruchsgruppen
Destinatäre

Standardanlagen

Anlagen in Liquidität, risikolose Obligationen bzw. risikoarme Obligationen und kotierte Aktien. Die anderen Anlageklassen fallen unter die alternativen Anlagen.

Startfinanzierung

Initialfinanzierung
Auch Initialfinanzierung genannt; Ausstattung eines Projekts oder einer Institution mit Ressourcen, die ausreichen, um gezielt Aktivitäten aufzunehmen.
Anschubfinanzierung

Steuerabzug

Spenden und Zustiftungen an steuerbefreite Stiftungen sind in der Regel steuerabzugsfähig. Der Spendenabzug bei der Direkten Bundessteuer beträgt 20% des Reineinkommens bzw. des Reingewinns des Spenders. Die kantonale Abzugsquote bei der Einkommenssteuer ist kantonal unterschiedlich (5% NE bis 100% BL), überwiegend ebenfalls 20%.

Steuerbefreiung

teilweise Steuerbefreiung
Leistungen, die zum Wohl der Gesellschaft erbracht werden, sollen nicht durch Steuern belastet werden. Deshalb sind gemeinnützige Stiftungen in der Regel steuerbefreit. Dabei entfallen einerseits Vermögens- bzw. Einkommenssteuer (Gewinn- und Kapitalsteuer) sowie andererseits Erbschafts- und Schenkungssteuer (wird nicht in allen Kantonen erhoben). Voraussetzungen für eine Steuerbefreiung auf Bundesebene sind: Gemeinnützigkeit, Ausschliesslichkeit der Mittelverwendung und Unwiderruflichkeit der Zweckbindung. Für die Befreiung von der kantonalen Steuerpflicht gilt das Steuerrecht der einzelnen Kantone. In der Regel werden dabei ähnliche Voraussetzungen wie auf Bundesebene gefordert. Stiftungen, welche die Voraussetzungen nicht vollumfänglich erfüllen, können eine Teilsteuerbefreiung erlangen. Ob die Voraussetzungen für eine Steuerbefreiung vorliegen, ist schon vor der Errichtung der Stiftung zu prüfen; gegebenenfalls kann dann die Stiftungsstruktur noch angepasst werden. Eine einmal erteilte Steuerbefreiung gilt nicht unbeschränkt und kann, wenn die Voraussetzungen nicht mehr gegeben sind, entzogen werden. Zuwendungen an steuerbefreite Stiftungen können in Bund und Kantonen von den Steuern abgesetzt werden.
Steuerabzug

Stifter

Eine Stiftung kann durch jede mündige natürliche Person sowie durch juristische Personen wie Unternehmen, Vereine oder öffentlich-rechtliche Körperschaften errichtet werden. Auch mehrere Personen zusammen können als Stifter auftreten. Sodann ist auch der Einsatz eines treuhänderischen Stifters zulässig, wenn der «wirkliche» oder «wirtschaftliche» Stifter gegen aussen nicht als formeller Stifter auftreten will. Dies bedeutet auch, dass das der Stiftung gewidmete Vermögen nicht zwingend von jener Person stammen muss, die als (formeller) Stifter fungiert.
Widmung

Stiftung auf Zeit

Stiftung, deren Lebensdauer vom Stifter in der Stiftungsurkunde explizit oder implizit begrenzt worden ist.

Stiftungsaufsicht

Aufsichtskonkordat
Konkordat
Stiftungskonkordat
Staatliche Institution, die einerseits die Einhaltung der rechtlichen Bestimmungen durch die Stiftungen überprüft, andererseits Stiftern und Stiftungen beratend zur Seite steht. Stiftungen können unter kommunaler, kantonaler oder eidgenössischer Aufsicht stehen. Als Kriterium der Zuordnung dienen in der Regel der Ort und die Reichweite der Stiftungstätigkeit.

Stiftungsaufwand

Betriebsaufwand
Summe von administrativem Aufwand und direktem Projektaufwand; zeigt den Betriebsaufwand (ohne Wertschriftenaufwand).

Stiftungsbilanz

Bilanz
In der Stiftungsbilanz werden auf der Aktivseite die Vermögensanlagen, auf der Passivseite die Förderzusagen der Stiftung, weitere Verpflichtungen sowie die eigenen Mittel aufgeführt.

Stiftungsfonds

unselbständige Stiftung

Stiftungsgremium

Vom Stifter vorgesehenes oder vom Stiftungsrat eingesetztes Gremium, dem nicht der rechtliche Status eines Stiftungsorgans zukommt.

Stiftungsgrösse

grosse Stiftungen
kleine Stiftungen
mittelgrosse Stiftungen
Klassifizierung nach der Grösse des Stiftungsvermögens: Kleine Stiftungen (Vermögen bis CHF 10 Mio.), mittelgrosse Stiftungen (CHF 10–50 Mio.), grosse Stiftungen (ab CHF 50 Mio.). Dabei ist nur das liquide Vermögen (Anlagevermögen) zu erfassen, nicht aber das illiquide, unveräusserliche.

Stiftungsgründung

Gründung
Die Gründung einer gemeinnützigen Stiftung erfolgt nach der öffentlichen Beurkundung der Stiftungsurkunde durch den Eintrag ins Handelsregister. Vor der Gründung sollen die Stiftungsurkunde und gegebenenfalls das oder die Stiftungsreglemente durch die Stiftungsaufsicht, die Steuerbehörden (Steuerbefreiung) und das Handelsregisteramt geprüft werden. In der Stiftungsurkunde muss der Stifter festhalten, welches Vermögen er welchem Zweck widmen will. Ausserdem sind in der Stiftungsurkunde oder einem Stiftungsreglement der Name und die Organisation der Stiftung festzulegen. Eine Stiftungsgründung kann innert Wochen erfolgen. Allerdings kann die Abklärung länger dauern, ob der Stiftung die Befreiung von der Steuerpflicht zugesprochen wird. Eine Besonderheit besteht bei der Erbstiftung.
Zweckänderung

Stiftungskapital

Stiftungsvermögen

Stiftungskonkordat

Stiftungsaufsicht

Stiftungskultur

Gesamtheit von Werten und Normen, die von den Angehörigen der Stiftung geteilt und in ihrem Verhalten deutlich werden. Entwickelt sich informell aus Interaktionen, kann aber aktiv gestaltet werden.

Stiftungsmanagement

Strukturierte und reflektierte Aufgabenerfüllung auf den drei Managementebenen Stiftungspolitik, Stiftungsstrategie und Fördertätigkeit. Ziel ist ein integriertes Management, d. h. ein sinnvoller, aufeinander abgestimmter und nachvollziehbarer Entscheidungsprozess auf allen drei Ebenen.

Stiftungsorgan

Als Organe gesetzlich vorgeschrieben sind ein oberstes Stiftungsorgan (Stiftungsrat) und die Revisionsstelle. Zusätzlich können durch Stiftungsurkunde, Stiftungsreglement oder den Stiftungsrat weitere Organe, z. B. eine Geschäftsführung oder Beiräte, eingesetzt werden. Gesetzliche Stiftungsorgane sind im Handelsregister einzutragen und stehen unter stiftungsrechtlicher Haftung.

Stiftungspolitik

Förderpolitik
Politik
Stellt den normativen Orientierungsrahmen für die gesamte Stiftungstätigkeit dar. Die langfristig gültigen stiftungspolitischen Entscheidungen umfassen den Stiftungszweck, die Vision, die inhaltlichen Eckpfeiler und die organisatorischen Rahmenbedingungen sowie das Leitbild und den Ethical Code of Conduct. Sie selbst sind nicht unmittelbar umsetzbar, sondern müssen konkretisiert, d. h. auf bestimmte Situationen bezogen werden. Die Stiftungspolitik ist der Stiftungsstrategie und diese der eigentlichen Fördertätigkeit übergeordnet. Die Stiftungspolitik wird in Form eines Leitbildes zusammengefasst und kommuniziert.

Stiftungsrat

Oberstes Leitungs- und Kontrollorgan der Stiftung mit Verantwortlichkeiten, die nicht delegierbar sind. Grösse und Zusammensetzung des Stiftungsrats werden im Stiftungsstatut festgelegt.

Stiftungsrecht

Umfasst insbesondere die Artikel 80-89a ZGB. Die letzte Teilrevision trat am 1.1.2006 in Kraft. Spätere Änderungen betreffen die Rechnungslegung und die Revision.

Stiftungsreglement

Reglement
Legt fest, was nicht notwendigerweise in der Stiftungsurkunde stehen muss, insbesondere die Organisation betreffend. Stiftungsreglemente können im Rahmen der Vorgaben in der Stiftungsurkunde durch den Stiftungsrat erlassen, geändert und aufgehoben werden. Neben dem Organisationsreglement sind weitere Reglemente möglich, z. B. Förderreglement, Entschädigungsreglement, Anlagereglement oder Personalreglement. Reglemente und Änderungen in Reglementen müssen der Stiftungsaufsicht zur Kenntnis gebracht werden, im Gegensatz zu dem Stiftungsreglement nachgeordneten Festlegungen («Richtlinien»).
Richtlinie

Stiftungsrichtlinie

Richtlinie

Stiftungsstatut

Sammel- bzw. Oberbegriff für die Stiftungsurkunde und das oder die Stiftungsreglemente.

Stiftungsstatuten

Umgangssprachlich (und in Anlehnung an das Vereins- und das Gesellschaftsrecht) wird damit oft die Stiftungsurkunde bezeichnet.

Stiftungsstrategie

Förderstrategie
Strategie
Die Stiftungsstrategie steht zwischen der Stiftungspolitik und der operativen Fördertätigkeit. Inhalt ist die Konkretisierung und Ausgestaltung der Rahmenbedingungen der Stiftungspolitik, z. B. die Konkretisierung von Wirkungsfeldern und Förderschwerpunkten (Programmförderung), Ressourcenallokation oder die Bereitstellung von Kompetenzen.

Stiftungsurkunde

In der Stiftungsurkunde hält der Stifter den Stiftungszweck fest und gibt das Stiftungsvermögen an. Um die Entwicklungsfähigkeit der Stiftung zu erhalten und dem Stiftungsrat eine gewisse Freiheit zu belassen, empfiehlt es sich, nur das Notwendige in die Stiftungsurkunde aufzunehmen und weitere Festlegungen in einem oder mehreren Stiftungsreglementen oder in Stiftungsrichtlinien vorzunehmen.

Stiftungsvermögen

Stiftungskapital; Gründungsvermögen; Gründungskapital. Das Gesetz spricht von «Vermögen».
Umfasst alle Vermögenswerte einer Stiftung. Das Gesetz unterscheidet nicht zwischen dem gewidmeten Vermögen und späteren Eingängen (durch Spenden, Zustiftungen, Erträge etc.). Der Stifter sollte in der Stiftungsurkunde festlegen, ob das Stiftungsvermögen unantastbar ist (Beschränkung auf die Verwendung von Erträgen) oder ob ein Vermögensverzehr möglich ist oder sogar verlangt wird.
Substanzerhaltung
Verbrauchsstiftung

Stiftungszweck

Definiert Aufgaben und Ziele der Stiftung. Gleichzeitig werden dadurch der Kreis der Destinatäre und der Bereich der Förderleistungen festgelegt. Art. 86a Abs. 1 ZGB ermöglicht dem Stifter, sich in der Stiftungsurkunde eine Änderung des Zwecks vorzubehalten. Eine Zweckänderung kann auf Antrag des Stifters erfolgen, wenn seit der Errichtung der Stiftung oder der letzten Änderung mindestens zehn Jahre verstrichen sind. Bei gemeinnützigen Stiftungen muss der neue Zweck wiederum gemeinnützig sein. Zweckänderungen werden von der Stiftungsaufsicht verfügt.

Stille Stiftung

inaktive Stiftung

Strategie

Anlagestrategie
Stiftungsstrategie

Substanzerhaltung

Vermögenserhalt
Unterliegt eine Stiftung dem Substanzerhaltungsgebot, dürfen nur die Erträge aus dem Stiftungsvermögen in Projekte investiert oder an Dritte vergeben, jedoch darf nicht das Stiftungsvermögen selbst angegriffen werden.
Verbrauchsstiftung

Swiss Foundation Code

Code
Kodex
Der Swiss Foundation Code wurde im Auftrag von SwissFoundations erarbeitet. Er wurde erstmals 2005 publiziert, erschien überarbeitet und kommentiert 2009 und schliesslich erneut revidiert und erweitert 2015. Er umfasst in dieser dritten Ausgabe 3 Grundsätze und 29 Empfehlungen zur Stiftungsgründung und -führung – insbesondere von Förderstiftungen. Die 3 Grundsätze lauten Wirksamkeit, Checks and Balances und Transparenz. Der Swiss Foundation Code strebt keine Verbindlichkeit an im Sinne von comply or explain.

Swiss GAAP FER 21

Rechnungslegungsnorm der ständigen Fachkommission für Empfehlungen zur Rechnungslegung (www.fer.ch) für gemeinnützige, soziale NPO. Ziel ist die Erhöhung der Aussagekraft und Vergleichbarkeit von Jahresrechnung und Berichterstattung. Die Anwendung des seit dem 1.1.2003 bestehenden Standards erfolgt auf freiwilliger Basis.

Swiss NPO-Code

Code
Kodex
Dieser Verhaltenskodex aus dem Jahr 2006 enthält Governance-Richtlinien zur Steuerung und Führung von NPO. Er bezieht sich auf alle gemeinnützigen Organisationen, unabhängig von ihrer Rechtsform, insbesondere aber auf die grossen, spendensammelnden Hilfswerke und sozialdienstleistenden Organisationen in der Schweiz. Die Einhaltung der Richtlinien ist für die Organisationen, die sich mit diesem «Label» auszeichnen möchten, verpflichtend und im Geschäftsbericht auszuweisen (comply or explain). Initiant des Swiss NPO-Code war die Konferenz der Präsidentinnen und Präsidenten grosser Hilfswerke der Schweiz (KPGH).

SwissFoundations

Im Jahr 2001 gegründeter Verband der Schweizer Förderstiftungen.

systemische Risiken

Risikoentschädigung

teilweise Steuerbefreiung

Steuerbefreiung

Testament

Stiftungen können durch ein Testament errichtet werden. Bei allen erbrechtlichen Verfügungen sind unbedingt die Formvorschriften zu beachten. Ein Testament kann – im Gegensatz zu einem Erbvertrag – jederzeit einseitig geändert und ergänzt werden.
Erbstiftung
Erbvertrag
Legat

Thesaurierung

Übermässige Äufnung des Stiftungsvermögens bzw. von verfügbaren Mitteln durch mangelnde Verwendung, die in keinem Verhältnis zu einem allfälligen zukünftigen Aufwand steht. Eine thesaurierende Stiftung hat gemäss Kreisschreiben Nr. 12 der Eidgenössischen Steuerverwaltung vom 8.7.1994 unabhängig vom Stiftungszweck keinen Anspruch auf  Steuerbefreiung.
Ausschüttungsgebot
zeitnahe Mittelverwendung

Trägerschaftsstiftung

operative Stiftung
Unternehmensstiftung
Kapitel Stiftungsphänomenologie, S. 126 ff.

Traktanden

Entspricht den in Deutschland gebräuchlichen Tagesordnungspunkten.

Trust

Der Trust bezeichnet ein Rechtsverhältnis, bei dem ein Treugeber (Settlor) das Eigentum an bestimmten Vermögenswerten auf einen oder mehrere Treunehmer (Trustees) überträgt, die das Vermögen zugunsten von bestimmten Begünstigten (Beneficiaries) zu verwalten und verwenden haben. Das Eigentum liegt demnach – im Unterschied zur Stiftung – beim Trustee. Der Trust ist ein in den angelsächsischen Common-Law-Staaten weit verbreitetes, im Schweizer Recht hingegen nicht kodifiziertes Rechtsinstitut. Ausländische Trusts werden aber in der Schweiz anerkannt.

Umsetzung der Anlagestrategie

Bei der Umsetzung der Anlagestrategie gilt es, die x % Liquidität, die y % risikoarmen Obligationen und die z % diversifizierte Aktien mit konkreten Titeln bzw. Indexanlagen umzusetzen.

unselbständige Stiftung

Stiftungsfonds
Unterstiftung
Eine Stiftung wird als unselbständig bezeichnet, wenn sie keine eigene Rechtspersönlichkeit aufweist. Im Rechtssinn ist sie gar keine Stiftung. Unselbständige Stiftungen werden häufig in Form einer Zustiftung errichtet, meist wenn das zur Verfügung stehende Vermögen zu klein ist, um eine eigene Stiftung zu gründen. Das Vermögen ist an einen bestimmten, vom «Stifter» festgelegten Zweck gebunden. Dieser muss gegebenenfalls im Einklang mit dem Zweck der Stiftung stehen, bei der die unselbständige Stiftung eingerichtet wird. Vor allem  Dachstiftungen bieten den Rahmen zur Errichtung von unselbständigen Stiftungen.
Fonds
Kapitel Stiftungsphänomenologie, S. 126 ff.

unsystemische Risiken

Risiko-Entschädigung

unternehmenshaltende Stiftung

Unternehmensstiftung

Unternehmensholdingstiftung

Unternehmensstiftung

unternehmensnahe Stiftung

Nimmt entweder massgeblichen Einfluss auf ein (Profit- oder Nonforprofit-) Unternehmen als Unternehmensstiftung oder wird umgekehrt als Firmenstiftung von einem Unternehmen kontrolliert.

Unternehmensstiftung

Trägerschaftsstiftung
unternehmenshaltende Stiftung
Unternehmensholdingstiftung
Stiftung, deren Aufgabe der Betrieb eines Unternehmens ist (Unternehmensträgerstiftung, auch Trägerschaftsstiftung) oder die massgeblich an einem Unternehmen beteiligt ist (Unternehmensholdingstiftung). Besonderes Merkmal der Unternehmensstiftung ist die – unmittelbare oder mittelbare – unternehmerische Betätigung. Der Stiftungszweck kann gemeinnütziger oder wirtschaftlicher Natur oder auch eine Kombination aus beidem sein.
Kapitel Stiftungsphänomenologie, S. 126 ff.

Unternehmensträgerstiftung

Unternehmensstiftung

Unterstiftung

unselbständige Stiftung

Verbrauchsstiftung

Nicht gesetzlich geregelte, in der Praxis entstandene Form der Stiftung, bei welcher der Stifter dem Stiftungsrat vorschreibt oder erlaubt, dass das Stiftungsvermögen (und nicht nur dessen Erträge) ganz oder teilweise für die Zweckerfüllung verwendet wird. Dadurch wird die grundsätzliche Pflicht des Stiftungsrats, das Stiftungsvermögen über die Zeit hin zu erhalten, aufgehoben. Ist das Vermögen aufgebraucht und besteht keine Aussicht, dass die Stiftung zu neuem Vermögen gelangt, kann sie ihren Zweck nicht länger erreichen und muss in der Regel aufgehoben werden.
Substanzerhaltung
Kapitel Stiftungsphänomenologie, S. 126 ff.

verfügbare Mittel

Jener Teil des Stiftungsvermögens, der gemäss Stiftungsurkunde für die Umsetzung des Stiftungszwecks sofort zur Verfügung steht.

Vergabestiftung

Älterer Begriff für Förderstiftungen, in dem ein statisches Stiftungsverständnis mitschwingt, das sich weniger an Wirkung und Entwicklung orientiert als vielmehr den philanthropischen Akt des Gebens ins Zentrum stellt.
Kapitel Stiftungsphänomenologie, S. 126 ff.

Vermögene

Stiftungsvermögen

Vermögensanlage

Asset Allocation
Bezeichnet die im einzelnen gewählte Investition.

Vermögensbewirtschaftung

Möglichst effiziente Bewirtschaftung des Stiftungsvermögens im Dienste der Erfüllung des Stiftungszwecks.

Vermögensbewirtschaftungskosten

Bei der Umsetzung einer Anlagestrategie und beim Unterhalt eines konkreten Portfolios fallen sichtbare und unsichtbare (z. B. Marktbeeinflussungskosten bei grossen Transaktionen) Kosten an, die zu minimieren sind.

Vermögenserhalt

Substanzerhaltung

vermögenserhaltende Stiftung

Im Unterschied zur Verbrauchsstiftung verfolgt eine vermögenserhaltende Stiftung dauerhaft zwei Ziele, neben der Umsetzung des Stiftungszwecks auch die Erhaltung des Stiftungsvermögens. Das Förderungsvolumen hängt bei vermögenserhaltenden Stiftungen mittel- und langfristig von der Ertragslage ab.

Vermögensmanagement

Finanzmanagement
Umfasst die Umsetzung der in der Anlagepolitik und der Anlagestrategie festgelegten Grundsätze und Ziele sowie die damit verbundenen kurzfristigen Anlageentscheide unter Berücksichtigung der Liquiditätserfordernisse.

Verwaltungskosten

administrativer Aufwand

Weltaktienportfolio

Es gibt keine Verfahren, um das Auf und Ab der Weltbörsen oder gar jene einzelner Aktien systematisch besser als andere zu prognostizieren. Aus diesem Grund investieren manche Stiftungen jenen Teil ihres Vermögens, der im Durchschnitt der Zeit mehr als den risikolosen Zins abwerfen soll, in ein Weltaktienportfolio.

Wertschwankungsreserve

Schwankungsreserve
Ist eine Stiftung auf einen konstanten Mittelfluss ausgerichtet und hält sie risikobehaftete Anlagen, sollte ein Teil des Stiftungsvermögens als Wertschwankungsreserve gehalten werden. Die Stiftung befindet sich dann in einem längerfristigen Gleichgewicht von Ausgaben und Erträgen, wenn die Schwankungen der Finanzmärkte von den Wertschwankungsreserven aufgefangen werden können. Faustregel: Die Hälfte der risikobehafteten Anlagen wird als Wertschwankungsreserve gehalten.

Wettbewerbslösung

Eine Wettbewerbslösung – beispielsweise in der Vermögensbewirtschaftung – liegt dann vor, wenn Kosten und Qualitätsniveau einzelner Tätigkeiten jenen des Marktes entsprechen. Ziel ist es, eine bestimmte Leistung mit einer gewissen Qualität nicht zu einem höheren Preis als am Markt erhältlich abzugelten.

Widmung

Verpflichtung des Stifters, Vermögen an die gegründete Stiftung zu übertragen. Dieses Vermögen bildet nach der Gründung das Stiftungsvermögen und gehört der Stiftung. Das Widmungsvermögen stammt in der Regel aus dem Vermögen des Stifters; es kann sich aber auch um das Vermögen Dritter handeln.

Wirkung

Förderwirkung
Bezeichnet die Zielerreichung der Leistungswirkungsziele einer Stiftung (Outcome). Angestrebt wird ein bestmögliches Verhältnis zwischen den von der Stiftung erbrachten Leistungen und den dafür eingesetzten Mitteln. Dabei geht es weniger um den Erfolg einzelner Förderleistungen, sondern vielmehr um die ganzheitliche Umsetzung des Stiftungszwecks bzw. der Stiftungspolitik.
Effektivität
Effizienz

zeitnahe Mittelverwendung

Im Gegensatz zum deutschen Stiftungsrecht kennt das Schweizer Recht kein Gebot der «zeitnahen Mittelverwendung». Die Schweiz baut auch in dieser Frage auf Selbstregulation. Da Stiftungen aber unternehmerisch aktiv sein sollen, sollen auch hierzulande Erträge aus dem Stiftungsvermögen und andere verfügbare Mittel innert nützlicher Frist für die Umsetzung des Stiftungszwecks eingesetzt werde Ausschüttungsgebot
Mittelverwendung
Thesaurierung

zentrale Dienste

administrativer Aufwand

Zielerreichung, Zielerreichungsgrad

Der Zielerreichungsgrad gibt an, in welchem Umfang die gesetzten Ziele der Stiftung erfüllt worden sind. Ziele sind Soll-Vorgaben im Sinn von angestrebten Zuständen und  Wirkungen, die man durch bestimmte Massnahmen und Einsatz von Mitteln zu erreichen versucht.
Outcome
Output

Zielrendite

Ist Ausdruck einer konkreten Anlagestrategie. Ist die Zielrendite – im Vergleich zu anderen Anlagen – hoch, müssen selbst dann hohe Risiken eingegangen werden, wenn die Geldanlage auf bestmögliche Art erfolgt. Ist die Zielrendite tief, sind die Risiken – falls die Anlageregeln eingehalten werden – ebenfalls tief. Eine tiefere Zielrendite als erwartet kann aber auch mit hohen Risiken erzielt werden, wenn gegen die Anlageregeln verstossen wird.

Zivilgesellschaft

Civil Society
Konzept einer aktiven «Bürgergesellschaft», die aus Eigeninitiative und Selbstverantwortung soziale und politische Aktivitäten am lebensnahen Raum von Gemeinde, Nachbarschaft und Ortsvereinen entwickelt. Ihre Entfaltung und Entwicklung hängt wesentlich vom Verhalten der Wirtschaft (Corporate Citizenship) und den Massnahmen des Staates ab (Rahmenbedingungen). Die Aktivitäten der Zivilgesellschaft heben sich vom staatlichen Handeln ab. In der Schweiz, in der aufgrund ihres partizipativen Ansatzes und der direkten Demokratie die Kluft zwischen Bürger und Staat geringer ist als in fast allen anderen Staaten, tritt dieser Aspekt in den Hintergrund. Der Begriff «Zivilgesellschaft» fällt weitgehend mit dem hierzulande üblichen Begriff der Bevölkerung zusammen.

zustiften, Zustiftung

Nachstiften, Nachstiftung
Übertragung von Vermögenswerten an eine bestehende Stiftung. Erfolgt sie durch den Stifter, spricht man oft von einer Nachstiftung, erfolgt sie durch Dritte, von einer Zustiftung. Im deutschen Recht muss die Spende zeitnah für den Stiftungszweck verwendet werden, während die Zustiftung das «Grundstockvermögen» der Stiftung erhöhen soll. Das Schweizer Recht verlangt keine solche Differenzierung. Die Spende ist eher von geringerem Wert, die Nachstiftung oder Zustiftung eher von höherem.
Spende
Zuwendung

Zuwendung

Sammelbezeichnung für Spenden, Nachstiftungen und Zustiftungen. Keiner diese Bezeichnungen wird vom Gesetz vorgegeben. Sie stehen für freiwillige Vermögensübertragungen Dritter an die Stiftung. Alle Zuwendungen können mit Bedingungen und Auflagen verbunden werden, so z. B., dass die Zuwendung erhalten bleiben oder dass sie im Gegenteil für die Zweckumsetzung eingesetzt werden muss oder darf. Die Stiftung kann bzw. muss eine Zuwendung ablehnen, wenn sie sich nicht in der Lage sieht, mit ihr verbundene Auflagen zu erfüllen, wenn die Belastung der Auflage den Wert der Zuwendung übersteigt oder wenn die Zuwendung aus rechtlich oder ethisch bedenklichen Quellen stammt.

Zweck

Stiftungszweck

Zweckänderung

Kann auf Antrag des Stiftungsrats oder des Stifters oder von Amtes wegen durch die Stiftungsaufsicht erfolgen. Gemäss Art. 86a ZGB hat der Stifter die Möglichkeit, sich in der Stiftungsurkunde eine Änderung des Zwecks vorzubehalten.
Stiftungsgründung

zweckbezogenes Investieren

Mission-based Investing
Mission Investing
Mission-related Investing
Stiftungsspezifische Strategie der Vermögensbewirtschaftung, bei welcher Investitionen vorgenommen werden, die zur Verwirklichung des Stiftungszwecks beitragen, das investierte Vermögen erhalten und möglichst eine marktübliche Rendite erwirtschaften.

Swiss Foundation Code 2015
Swiss Foundation Code 2015
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